Hörbericht TMR Ramses LS und NF

Von Klaus Hofer (Oktober 2017)

Schon vor Jahren durfte ich mich über die Ramses- Lautsprecherleitungen aus Ihrem Haus freuen, die meinen damals eher  mittelprächtigen akustischen Umsetzern  neues Leben und ungeahnte Qualitäten verschaffte.

Nun endlich, da auch eine sehr erwachsene Elektronik und ebenbürtige Lautsprecher bei mir wohnen, war es Zeit,  die Brücken zwischen diesen Geräten zu ersetzen.

Dass es sich nur um Behelfsbrücken handelte, wurde erst jetzt deutlich. 

Nicht die schnurgerade, stolperfreie, oder gar superschnelle Verbindung,die man sich ja immer wünscht, war damit zu erzielen, sondern, wie soll ich sagen, ein annehmbares Zusammenwirken von allem Vorhandenem  zur Reproduktion von Musik.

 

Jetzt aber - der große Pharao sei in alle Ewigkeit gepriesen - stellt sich der Quelle (Schallplatte, CD, Festplatte, Streaming, was auch immer) absolut nichts mehr in den Weg. 

Musik strahlt, schmettert, erzählt,grollt, erklärt, ruft um Hilfe, swingt, klagt oder flüstert verhalten und strahlt wieder - genau, wie die Komposition, die Interpretation, die Performance es will. 

 

Die Aufnahmequalität - ja, ein großes Thema. 

Ich wusste natürlich, dass sehr gute Elektronik, Lautsprecher und Kabel  gute Aufnahmen mit guter Wiedergabe belohnen, schlechte aber erbarmungslos abstrafen.  So klingt zumindest das bekannte Lied, das Tester und Leser immer wieder singen.

 

Zwei Beispiele: Alte Verve-Aufnahmen mit Billy Holiday (auf LP, aber auch CD)  geben s-Laute selbst bei audiophilen Neuausgaben oft mit  Zischlauten wieder. Nach ich die Ramses-Leitungen angeschlossen hatte, klang Billy Holiday zwar immer noch "verzischt", aber o Wunder, es stört auf einmal nicht mehr!  Irgendwie neu, detailliert und mitreißend frisch klingen die Tracks, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

Die Musik selbst stellt sich als sehr viel wichtiger heraus als die kleinen Mängel, die bei der Aufnahme z.B. durch Anhebung der Höhen entstanden sind. Gut ist nun zu hören, wie die Aufnahmetechniker der Fünfziger das Bestmögliche aus der Stimme der Sängerin und aller Begleiter herausholten.

Nach diesem Erlebnis nahm ich mir eine  Jam Session (LP, second hand, gewaschen) vor, die Lionel Hampton mit Charlie Shavers und etlichen anderen live in Pasadena im Jahre 1949 (!!) aufgenommen hatte.  Was für ein Drive, welch plastisches Bild, welch klarer, sauberer Klang aller Instrumente, selbst derjenigen, die sich 4 Meter hinter dem jeweiligen Solisten befinden, und das alles in einer alten Mono-Aufnahme. Wenn zum Beispiel Jackie Mills an den Drums loslegt, kann man ihn förmlich  sehen. Es bleibt beim Hören kein Auge trocken, ganz ehrlich.

Einzelhinweise zu neuen Aufnahmen erspare ich Ihnen. 

Für alles, was es an Musik zu erleben gibt, liefern die Ramses klare, plastische, unerwartet erfreuliche  Hörphänomene, die schwer zu beschreiben, aber auf gar keinen Fall zu übertreffen sind.

Mit "neutral" ist die Qualität dieser Dinger nicht einmal annähernd zu definieren. Es sind die besten Verbindungen, die es gibt.

Andere brauche ich nicht mehr.