Jeder Hörraum besitzt als Eigenschaft eine Reihe von Resonanzfrequenzen, bei denen an unterschiedlichen Stellen im Hörraum Schalldruckminima und -maxima auftreten. Diese werden durch stehende Wellen gebildet, deren Frequenz jeweils von den Raumabmessungen abhängt.
Setzt man voraus, daß die Raumwände total schallreflektierend sind oder annähernd als solche angesehen werden können, so bekommt man für einen quaderförmigen Raum folgenden Ausdruck für die Eigenfrequenzen:

f = 171.55 × √((nx / lx)² + (ny / ly)² + (nz / lz)²)

mit
f = Frequenz [Hz]
nx , ny , nz = Ordnungszahlen der Eigenschwingungen (0,1,2,...)
lx , ly , lz = Raumabmessungen in den angegebenen Richtungen [m]
√() = Quadratwurzel
Der Wert 171.55 ergibt sich aus der halben Schallgeschwindigkeit in m/s.

Beispiel:

Ein Hörraum hat die Abmessungen Länge (5m), Breite (4m) und Höhe (3m).
Für l x setzen wir die Länge ein (5m).
Für l y setzen wir die Breite ein (4m).
Für l z setzen wir die Höhe ein (3m).

Nun werden die Grundresonanzen berechnet, indem jeweils in der Gleichung alle Ordnungszahlen der Eigenschwingungen bis auf eine gleich Null gesetzt werden. D.h. es müssen drei Gleichungen berechnet werden mit

1. nx =1, ny =0, nz =0
2. nx =0, ny =1, nz =0
3. nx =0, ny =0, nz =1

Es ergeben sich gerundet folgende Resonanzfrequenzen: 34 Hz, 43 Hz und 57 Hz.
Nun werden die Resonanzen höherer Ordnung berechnet, indem jeweils in der Gleichung alle Ordnungszahlen der Eigenschwingungen bis auf eine gleich 1 gesetzt werden. D.h. es müssen drei Gleichungen berechnet werden mit

1. nx =1, ny =1, nz =0
2. nx =0, ny =1, nz =1
3. nx =1, ny =0, nz =1

Es ergeben sich gerundet folgende Resonanzfrequenzen: 55 Hz, 71 Hz und 67 Hz.
Die nächste Gleichung wird mit nx =1, ny =1, nz =1 berechnet. Es ergeben sich gerundet 79 Hz .

Die Eigenresonanzen 2.Ordnung werden mit

1. nx =2, ny =0, nz =0
2. nx =0, ny =2, nz =0
3. nx =0, ny =0, nz =2

berechnet.
Es ergeben sich gerundet folgende Resonanzfrequenzen: 69 Hz, 86 Hz und 114 Hz.
Als nächstes müßten dann nx, ny und nz alle Zahlen von 0 bis 2 durchlaufen und die Gleichungen entsprechend berechnet werden. Dies ist aber ein typischer Fall für ein Computer-Programm. Interessierte sollten sich daher mal hier umsehen.

Zur überschlägigen Betrachtung der Raumresonanzen reicht aber die vorliegende Berechnungstiefe aus. Wichtig ist, daß die Raumabmessungen so geschnitten sind, daß die resultierenden Raumresonanzen nicht zusammen auf einen Wert fallen.
Ist dies nicht der Fall, muß u.U. für diese Frequenzen ein (siehe) Helmholtz-Resonator zur Absorption dieser Frequenzen eingesetzt werden.