Frühwerke

Um 1970 starteten zwei Erstsemester zusammen einen Businessplan: ein Ladengeschaft im Graefe-Kiez mit angeschlossener Holzwerkstatt im Keller. Die Gehäuse wurden aus unbehandeltem Birkensperrholz gebaut, die Lautsprecher waren zum größten Teil Bausätze von Scanspeak, die wir direkt aus Dänemark "schmuggeln" ließen. Dort waren die Chassis wesentlich preiswerter.

Die Firma nannten wir "Softsound", ein begnadeter Grafiker hatte uns psychedelische Werbeplakate im Stil von Robert Crumb gezeichnet, die wir an die schwarzen Bretter von Mensa, Lokalen und Clubs hängten. 

Die Ladenöffnungszeiten wurden uns aber (auch aufgrund der Studiumsbelastung) dann zu lästig und es wurden andere Lösungen gesucht.

Ein Bekannter hatte eine Pizzeria in der nahegelegenen Urbanstr. mit einer kleinen Wohnung im gleichen Haus, die er aber nicht selbst nutzte. Die durften wir für unsere Holzwerkstatt benutzen, als Bezahlung mußten wir in der Pizzeria etwas kellnern.

Hier entstanden dann auch die ersten ernsthaften eigenen Versuche im Lautsprecherbau:

Die meisten Prototypen und "Labormuster" wurden über Anzeigenblätter privat an Studenten verkauft.


Irgendwann war dann der Punkt für eine Lautsprecherserie gekommen (und eine offizielle Gewerbeanmeldung).

1975 wurden dann Berliner Hifi-Fachhändler von uns mit preiswerten "Hausmarken" versorgt, die sie in den damals beliebten Paketangeboten versteckten.

Zusätzlich wurde eine eigene Marke "tmr" etabliert, deren Hauptmerkmal ein komplett von Akustikschaumstoff umhülltes Gehäuse war.

Aus TMR 1 (alt) und TMR 3 (alt) entwickelte sich um 1980 langsam die TMR Standard.


Die allerersten Prototypen der TMR Standard würden aus 35mm Multiplex-Holz gefertigt.
Das hatte sich aber wegen unserer dafür ungeeigneten Produktionsmittel als ungeeignet herausgestellt.

Es wurde auf eine Sandwichbauweise gesetzt, die aus einem 25mm Innengehäuse bestand und hinter mit entsprechend furnierten 19mm Holzplatten verkleidet wurde. Deckel und Boden bestanden aus 38mm Holzplatten. Die Frontwand verschwand hinter einer Schaumstoffblende.

Als nächster Schritt wurde auf die Schaumstofffront zugunsten einer Stoffblende verzichtet.

Jetzt war der Zeitpunkt, wo wir unsere eigene bescheidene Gehäusefertigung aufgaben und die Gehäuse von der befreundeten Firma Audiolabor in Auftrag fertigen liessen.
Der Frontrahmen mit der Stoffbespannung war eingelassen, um die Schallabstrahlung nicht behindern und die Holzkanten wurden runder.

Die Gehäusewandstärke von 38mm blieb aber erhalten und führte zu einem Gewicht von ca. 50kg.

Die Verkaufszahlen erforderten nun eine größeren Gehäuselieferanten.

Bislang wurden die Gehäuse anhand der vorhandenen Fertigungsmöglichkeiten konstruiert, unsere neuer Lieferant, die Möbelfabrik HADOS in Bruchsal war so gut ausgestattet, daß für den Gehäuseentwurf freie Hand gegeben war.

So entstand die Urform der legendären TMR Standard.


Kurzbeschreibungen: